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zoozee [userpic]

Ich bin ja soooo erkältet ... :,)

February 13th, 2006 (07:27 pm)
current mood: miristkalt.
current song: Geht nicht, knallt in den Ohren.

Rezepte gegen Grippe

Beim ersten Herannahen der Grippe, erkennbar an leichtem
Kribbeln in der Nase, Ziehen in den Füßen, Hüsteln, Geldmangel
und der Abneigung, morgens ins Geschäft zu gehen, gurgele man
mit etwas gestoßenem Koks sowie einem halben Tropfen Jod. Darauf
pflegt dann die Grippe einzusetzen.


Die Grippe auch spanische Grippe, Influenza, Erkältung
(lateinisch: Schnuppen) genannt wird durch nervöse Bakterien
verbreitet, die ihrerseits erkältet sind: die sogenannten
Infusionstierchen. Die Grippe ist manchmal von Fieber begleitet,
das mit 128° Fahrenheit einsetzt; an festen Börsentagen ist es
etwas schwächer, an schwachen fester also meist fester. Man
steckt sich am vorteilhaftesten an, indem man als männlicher
Grippekranker eine Frau, als weibliche Grippekranke einen Mann
küßt über das Geschlecht befrage man seinen Hausarzt. Die
Ansteckung kann auch erfolgen, indem man sich in ein Hustenhaus
(sog. Theater) begibt; man vermeide es aber, sich beim Husten
die Hand vor den Mund zu halten, weil dies nicht gesund für die
Bazillen ist. Die Grippe steckt nicht an, sondern ist eine
Infektionskrankheit.


Sehr gut haben meinem Mann ja immer die kalten Packungen getan:
wir machen das so, daß wir einen heißen Griesbrei kochen, diesen
in ein Leinentuch packen, ihn aufessen und dem Kranken dann
etwas Kognak geben innerhalb zwei Stunden ist der Kranke
hellblau, nach einer weiteren Stunde dunkelblau. Statt Kognak
kann auch Möbelspiritus verabreicht werden.


Fleisch, Gemüse, Suppe, Butter, Brot, Obst, Kompott und
Nachspeise sind während der Grippe tunlichst zu vermeiden
Homöopathen lecken am besten täglich je dreimal eine
Fünf-Pfennig- Marke, bei hohem Fieber eine Zehn-Pfennig-Marke.


Bei Grippe muß unter allen Umständen das Bett gehütet werden es
braucht nicht das eigene zu sein. Während der Schüttelfröste
trage man wollene Strümpfe, diese am besten um den Hals; damit
die Beine unterdessen nicht unbedeckt bleiben, bekleide man sie
mit je einem Stehumlegekragen. Die Hauptsache bei der
Behandlung ist Wärme: also ein römisches Konkordats-Bad. Bei der
Rückfahrt stelle man sich auf eine Omnibus-Plattform, schließe
aber allen Mitfahrenden den Mund, damit es nicht zieht.


Die Schulmedizin versagt vor der Grippe gänzlich. Es ist also
sehr gut, sich ein siderisches Pendel über den Bauch zu
hängen: schwingt es von rechts nach links, handelt es sich um
Influenza; schwingt es aber von links nach rechts, so ist eine
Erkältung im Anzuge. Darauf ziehe man den Anzug aus und begebe
sich in die Behandlung Weißenbergs. Der von ihm verordnete weiße
Käse muß unmittelbar auf die Grippe geschmiert werden; ihn unter
das Bett zu kleben, zeugt von medizinischer Unkenntnis sowie von
Herzensroheit.


Keinesfalls vertraue man dieses geheimnisvolle Leiden einem
sogenannten Arzt an; man frage vielmehr im Grippefall Frau
Meyer. Frau Meyer weiß immer etwas gegen diese Krankheit. Bricht
in einem Bekanntenkreis die Grippe aus, so genügt es, wenn sich
ein Mitglied des Kreises in Behandlung begibt die andern machen
dann alles mit, was der Arzt verordnet. An hauptsächlichen
Mitteln kommen in Betracht:


Kamillentee. Fliedertee. Magnolientee. Gummibaumtee. Kakteentee.


Diese Mittel stammen noch aus Großmutters Tagen und helfen in
keiner Weise glänzend. Un- sere moderne Zeit hat andere Mittel,
der chemischen Industrie aufzuhelfen. An Grippemitteln seien
genannt:


Aspirol. Pyramidin. Bysopeptan. Ohrolox. Primadonna.
Bellapholisiin. Aethyl-Phenil-Lekaryl-Parapherinan-
Dynamit-Acethylen-Koollomban-Piporol. Bei letzterem
Mittel genügt es schon, den Namen mehrere Male schnell
hintereinander auszusprechen. Man nehme alle diese Mittel
sofort, wenn sie aufkommen solange sie noch helfen, und zwar in
alphabetischer Reihenfolge, ch ist ein Buchstabe.
Doppelkohlensaures Natron ist auch gesund.


Besonders bewährt haben sich nach der Behandlung die sogenannten
prophylaktischen Spritzen (lac, griechisch; so viel wie Milch
oder See). Diese Spritzen heilen am besten Grippen, die bereits
vorbei sind, diese aber immer.


Amerikaner pflegen sich bei Grippe Umschläge mit heißem
Schwedenpunsch zu machen; Italiener halten den rechten Arm
längere Zeit in gestreckter Richtung in die Höhe; Franzosen
ignorieren die Grippe so, wie sie den Winter ignorieren, und die
Wiener machen ein Feuilleton aus dem jeweiligen Krankheitsfall.
Wir Deutsche aber behandeln die Sache methodisch:


Wir legen uns erst ins Bett, bekommen dann die Grippe und stehen
nur auf, wenn wir wirklich hohes Fieber haben: dann müssen wir
dringend in die Stadt, um etwas zu erledigen. Ein Telephon am
Bett von weiblichen Patienten zieht den Krankheitsverlauf in die
Länge.


Die Grippe wurde im Jahre 1725 von dem englischen Pfarrer
Jonathan Grips erfunden; wissenschaftlich heilbar ist sie seit
dem Jahre 1724.


Die glücklich erfolgte Heilung erkennt man an Kreuzschmerzen,
Husten, Ziehen in den Füßen und einem leichten Kribbeln in der
Nase. Diese Anzeichen gehören aber nicht, wie der Laie meint,
der alten Grippe an sondern einer neuen. Die Dauer einer
gewöhnlichen Hausgrippe ist bei ärztlicher Behandlung drei
Wochen, ohne ärztliche Behandlung 21 Tage. Bei Männern tritt
noch die sog. Wehleidigkeit hinzu; mit diesem Aufwand an Getue
kriegen Frauen Kinder.


Das Hausmittel Caesars gegen die Grippe war Lorbeerkranz-Suppe;
das Palastmittel Vanderbilts ist Platinbouillon mit
weichgekochten Perlen.


Und so fasse ich denn meine Ausführungen in die Worte des
bekannten Grippologen Professor Dr.Dr.Dr. Ovaritius zusammen:


Die Grippe ist keine Krankheit sie ist ein Zustand!


Peter Panter (1931)

In Anbetracht der Tatsache, daß zu Tucholskys Zeiten die deutsche Rechtschreibung noch anders interpretiert wurde, zumindest von ihm und im Vergleich zu heute, habe ich dieses Mal von eigenmächtigen Korrekturen abgesehen.

zoozee [userpic]

Lecker Restesuppe!

February 7th, 2006 (07:39 pm)
current mood: scharf macht wach

Heute gab es mal wieder Suppe bei mir, ziemlich gesund und ausgesprochen einfach zuzubereiten.
1. Mit Hühnersuppenwürfeln von Maggi Brühe zum Köcheln animieren.
2. Knoblauch, wenig, klitzeklein und Weißkohl in mundliche Häppchen schneiden und hinzufügen, 5 Minuten kochen
3. Nun Möhre, Petersilienwurzel, nach Geschmack auch Sellerie hinzugeben, weitere 5 Minuten brodeln
4. Schießlich noch Lauch (oder Frühlingszwiebel) und ein bißchen sehrkleingewürfelte Ingwerwurzel dazu, Pfeffer nach Belieben, nochmal 5 Minuten kochen
5. Als Finale kommt noch für die letzten 2 Minuten eine Tüte heiße Tasse-Tomatensuppe (oder ein baugleiches Produkt) mit oder ohne Croutons rein, für die kesse Farbe, und Tomate ist immer gut für einen runden Geschmack. Echte Tomaten hatte ich halt nicht mehr, dafür wäre ich aber auch zu ungeduldig gewesen. Bißchen Wasser noch hinterher, kann man aber alles nach eigenem Gusto bemessen, fertig.

Der INgwer und die Petersilienwurzel machen das Süppchen angenehm würzig und ein kleines bißchen scharf, das kann man mit Pfeffer noch variieren. Ich persönlich bin kein großer Freund von Chili, daher war ich von dieser Variante der Schärfe überaus angetan. Für zwei Tellerchen reichte mir ein guter, halber Liter Wasser insgesamt, wer will, kann mehr machen, falls entsprechende Menge Suppenwürfel vorrätig.

zoozee [userpic]

nur mal kurz zwischendurch...

February 5th, 2006 (01:28 am)
current mood: erfreut
current song: Clubnight auf HR

... auf HR legt heute ein süßer DJ auf, nennt sich "Ziel100". Der sieht aus wie mein Mediavistikprof in HH, nur viel besser. Und er plappert die ganze Zeit. Ich hab noch nie einen DJ gesehn, der soviel schwätzt und grinst nebenbei.

zoozee [userpic]

How do I...?

February 4th, 2006 (07:05 pm)

How do I publish just one sentence in my LJ to be seen on my "recent entries" or your "friends recent entries" pages, with a link, that directs an interested reader to additional text in my LJ-Journal?

zoozee [userpic]

(no subject)

February 2nd, 2006 (04:10 pm)
current mood: antriebslos
current song: Werbung im Radio

So ein surftrip durch die Web-Cent-Erlebnis-Einkaufs-Welt macht mich wirklich fertig. Unglaublich, wieviele buttons und Menüs und Untermenüs und links man anklicken kann, die in einem endlosem Überfluß von weiterer Auswahl und Konsumflut explodieren. Ich kriege Atemnot davon, und ein bißchen übel ist mir auch, obwohl ich ganz unbefangen auf der Suche nach einem kleinen Valentinspräsent war, durchaus bereit, den Verlockungen des Groß- und Einzelhandels zu erliegen. Aber mein Astrologe hat mich ja schon vor 100 Jahren davor gewarnt, der spirituellen Welt allzu nahe zu kommen.

Ich denke, ich werde mich heute mal wieder ausgiebig abfüllen, was jetzt nicht wirklich was mit Konsumlust oder -terror zu tun hat.

zoozee [userpic]

Lost in Space

January 31st, 2006 (05:38 am)
current mood: unmüde
current song: TV-Geplapper auf ZDF

You scored as Disappear. Your death will be by disappearing, probably a camping trip gone wrong or an evening hike you never returned from. Always remeber that one guy who was hiking alone and got in a rock slide. He could have died, but he cut his own hand off to save himself. Don't end up like him (or worse, dead).

</td>

Disappear

100%

Disease

93%

Suicide

87%

Stabbed

73%

Cut Throat

67%

Gunshot

67%

Posion

60%

Suffocated

60%

Eaten

47%

Bomb

40%

Accident

40%

Natural Causes

33%

Drowning

0%

How Will You Die??
created with QuizFarm.com

zoozee [userpic]

Der Unterschied zwischen Gesundheit und Seelenheil

January 27th, 2006 (02:18 am)
current mood: miristkaltichgehinsbett.
current song: hab's Geflöte jetzt ausgemacht.

Habe gerade sehr viel Rosenkohl mit sehr vielen Kartoffeln und sehr wenig Crème Fraîche als Käseersatz im Auflauf gegessen. Das war sehr bißfest und gesund und fleischlos und eindeutig zu viele Sachen in zuwenig Soße. Ich mag lieber wenig Sachen in viel Soße, und das möglichst sämig und kohlehydratarm.

Dieses Essen hat mich so verwirrt, daß ich hernach versuchte, Figaros Hochzeit im TV mit dem Telefon lauter zu stellen. "Voi che sapete" ist eine meiner Lieblingsarien. Allerdings finde ich die Altstimme nicht so toll. Was ich nämlich auch nicht mag, ist wenn die mit den Stimmbändern so viel vibrieren. Man erkennt ja kaum noch die Melodie. Außerdem bringt es mich auf absurde Gedanken, wie z.B. Dildos unter Hochspannung.

zoozee [userpic]

New year, new outfit

January 23rd, 2006 (10:58 pm)
current mood: peaceful
current song: watching Kingdom Hospital

Just received an email from "Negotiation O. Kawasaki". I really do love these name-generators - every day heaps of fun in my mailbox!

So, I got tired of my old pink-black-contrast style here in LJ. How do you like the new one, is it okay or too messy?

zoozee [userpic]

TieffliegendeN StühleN

January 23rd, 2006 (12:25 am)
current mood: okay
current song: Kate Bush, irgendwas im Radio grad

Heute sah ich Café Müller und Das Frühlingsopfer: Beziehungsmechanismen zwischen tieffliegenden Stühlen und eine getanzte Menstruation. Es sah zumindest danach aus, aber Pina Bausch kann einen auf dies und jenes bringen, was ja nicht immer das vom Künstler intendierte sein muß.

Sie hat selbst getanzt, einige der Zuschauer haben währenddessen vor Ehrerbietung nicht geatmet. Café Müller ist eine sehr persönliche Choreografie von ihr - es war fast ein Stück zu nah dran, wenn sie selbst es tanzt.

(Herrjeh, jetzt hab ich diesen Eintrag schon zweimal geöffnet, um die "tieffliegende Stühle" zu korrigieren. Ich sollte schlafen. Viel schlafen.)

zoozee [userpic]

Mein Geschirr und ich.

January 19th, 2006 (10:57 pm)
current mood: exhausted
current song: Rickie Lee Jones Rickie Lee Jones

Nach 56 Stunden im Paralleluniversum und ohne erwähnenswerte REM-Phasen konsumiere ich hier so vor mich hin, vor meinem Rechner. Heute wäre vielleicht ein guter Abend, um Smileys zu entwerfen. Aber dafür müßte ich das Smiley-Entwurfs-Umsetzungs-Programm auf meinem Rechner suchen. Das ist zuviel Arbeit. Auf jeden Fall ist es ein guter Abend, um Rickie Lee J. zu hören und Geschirr zu spülen. Beides habe ich lang nicht mehr gemacht, und auf die ein oder andere Art stellten sich schon Zeichen der Entbehrung ein.

Es ist wirklich unglaublich, wie viel Geschirr ein einzelner Mensch so haben könnte, rein theoretisch, nur, um für alle Fälle alles da zu haben und nicht alle zwei Tage spülen zu müssen (wie ich). Wenn ich mal einschlafen möchte, denke ich gern darüber nach, wo ich denn nur soviel Geschirr bei mir unterbringen sollte, wenn ich es denn hätte; oder darüber, wie oft ich dann spülen müßte, und ob ich für einen Anbau an meine Kochnische wohl ein Loch in die Wand schlagen dürfte, denn in dem Fall würde ich gern eine Spülmaschine aufstellen. Da wäre ja vielleicht sogar ein weiteres Regal für all das zusätzliche Geschirr drin, rein platzmäßig.

Fehlt nur noch das Geschirr, das ich ja tatsächlich gar nicht besitze - und weswegen ich mich offenbar wundere, warum ich eigentlich so oft spülen muß, weil mir das vorhandene Kontingent an Tellern, Töpfen und Tassen ausgegangen ist. Wenn man Milch aus der Tüte trinkt, wird sie so schnell schlecht. Vielleicht habe ich schlechten Einfluß auf die Milch. Oder Ausfluß? Aber der hätte ja, unabhängig von seiner Qualität, nichts mit dem Mund an der Milchtütenöffnung zu tun.

Es ist zu kalt hier und ich bin zu müde, um schlafen zu gehen.

zoozee [userpic]

...

January 15th, 2006 (06:45 pm)


Wenn man darüber nachdenkt, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß nahezu die Hälfte allen Elends auf der Welt verschwinden würde, hätten wir elenden Sterblichen den Wert des Schweigens kennengelernt.

Mahatma Gandhi

zoozee [userpic]

(no subject)

January 9th, 2006 (06:03 pm)



Wo keine Distanz ist, wird alles dämonisch

(Friedrich Georg Jünger)

zoozee [userpic]

(no subject)

January 5th, 2006 (08:31 pm)

Der Tag fing so bedrohlich an und hörte so friedlich auf... Es ist schon fast peinlich angesichts des allgemeinen und persönlichen Trends, sich lebend begraben zu fühlen.

Um halbsechs wachte ich nach der ersten und einzigen Tiefschlafphase dieser Nacht auf, um mich gedanklich genau dort wieder zu finden, wo ich irgendwann entnervt vor anderthalb Stunden eingeschlafen war: In endlosen Grübeleien, wie ich meinem Dienstleister für Psychohygiene erklären könnte, was bei mir nicht richtig tickt. Oder doch richtig tickt, aber trotzdem nicht geeignet ist, sich davon zu ernähren. Aber davon ein ander Mal mehr oder auch nicht.

Wie immer, wenn ein Tag früh anfangen soll, fiel ich gegen 8 Uhr ins Erschöpfungskoma bis 13 Uhr. Ich wache immer um 13 Uhr auf, weil dann eigentlich "Ausgerechnet Alaska" kommt auf "Das Vierte", dem Kanal, der gleichzeitig Hollywood, ein Baum und Deutschland ist.

Aber Alaska wurde kürzlich mangels Quote eingestampft, stattdessen kommt nun die 28. Wiederholung der Serie "Airwolf" und die 109. Wiederholung der Serie "Knight Rider": Dickhalsige Cowboy-Enkel in zu engen Jeans und mit zuwenig Witz retten ihr heiliges Vaterland, den Weltfrieden und vor allem die Friseuse Trudi, die wegen zu großer Brustimplantate und hoher Schuhe keine 5 Meter weit laufen kann, ohne der Länge nach hinzuschlagen, auf der Flucht vor ihrem Mörder; oder auf der Flucht vor David Hasselhoff?

Ich schweife schon wieder ab, also der Tag war letztendlich gut, es fing damit an, daß ich für ca. EUR 1,50 Telefonate führte, ohne von irgendjemandem eine auch nur annähernd befriedigende Auskunft zu bekommen. Habe tatsächlich eine 16(!!)-stellige Telefonnummer für eine angeblich zuständige Behörde bekommen, unter der sich allerdings auch nach 3 Versuchen niemand meldete.

Dennoch, ich erhielt tatsächlich Rückrufe - vom humorigen Herrn H. aus der Lebenserhaltungsbehörde, der mir eine Audienz bei der Dame mit der Wundertüte voller 1-Euro-Jobs versprach. Wie schön, hab ich also doch nicht umsonst all diese Nummern gewählt.

Anschließend entdeckte ich, daß das Geld aus dem gekündigten Altersvorsorgesparplan bereits auf dem Konto ist. Ich wußte schon gar nicht mehr, wie man einen Betrag unter 2000 Euro schreibt, ein schöner Anblick auf der Soll-Seite.

Frohgemut entschloß ich mich, meine letzten 8 Euro Bargeld für einen kleinen Weißkohl, 3 Äpfel, eine Tube scharfen Meerrettich und ein Stück Ochsenschwanz von der Größe einer Garnrolle auf den Kopf zu hauen. Übrig blieben 50 cent, wie ich im Tabakladen irritiert feststellen mußte. Mir war bis dahin gar nicht bewußt, daß eine Packung Eindrehfilter für Selbstgedrehte inzwischen so teuer ist. Eine Kundin mit einem Hund, dessen Fell etwa 3 Nummern zu groß war und überall Falten schlug, schenkte mir 40 cent, damit ich trotzdem heute abend rauchen könnte.

Nun sitze ich hier und wundere mich, daß die erste Woche im Jahr des Hundes für mich tatsächlich so gut aussieht. Ich habe Winterreifen, keinen Gips mehr am Fuß, wenigstens eine meiner Freundschaften über das letzte, eher versäumte Jahr gerettet, und vorhin habe ich sogar noch eine Scheibe von dem Kuchen aus Maronen und Bohnen gefunden, welche ich nun mit größtem Vergnügen verspeise.

"In here, everything is beautiful!" (aus: Cabaret)

zoozee [userpic]

(no subject)

November 26th, 2005 (01:20 am)

You know you are a "Harold and Maude" geek when your boss says:

"Here today, gone tomorrow...."
...and you follow it up with:
"....so, don't get attached to things now..."

And since you confused the hell out of him, you go on to say:

"With that in mind, I'm not against collecting stuff."

(stolen from HaroldlovesMaude community ;))

zoozee [userpic]

Analyse

September 21st, 2005 (05:08 pm)
current mood: etwas dumpf

Nachtrag zu *verdeckten Kommentaren*:
Ihr erinnert Euch hoffentlich auch an die Tage, an denen ich umgekehrt genau so froh und lebensbejahend bin. Es ging mir hier nicht darum, mögliche Auswege aus so einer Stimmung zu diskutieren. Ich mußte den Frust nur einfach irgendwo raus lassen um 2 Uhr nachts; Farbe bekennen, vor allem vor mir selbst, wie ohnmächtig ich den handfesten Ergebnissen meines Lebenswandels gegenüberstehe und meines langhin absichtlich unreflektierten Umgangs mit dem Diabetes. Mag daran liegen, daß ich es schon als Kind hatte, da nahm ich vieles als Selbstverständlichkeit an. Vielleicht aber führen auch die diversen -pathien zu meinem mitunter sehr extremen Gefühlserleben. Wie dem auch sei, Abbügeln, Aussitzen, Härte gegen sich selbst führt inzwischen nicht mehr zur inneren Ausgeglichenheit und Ruhe, und mitunter geht mir der Optimismus und Galgenhumor leider flöten, so wie gestern nacht.

Daher vielen Dank für Eure Anteilnahme und evtl. 'Mutmachungsversuche', ich habe mich gefreut, Reaktionen zu erhalten, lasse sie aber einfach mal so als freundlich gemeinte Gesten im Raume stehen.

Mich würde interessieren, wie Ihr letztendlich für Euch selbst damit umgeht, wenn Euch die (mehr oder minder vermeintlichen) eigenen Unzulänglichkeiten, 'verdiente' oder 'unverdiente', wie eine übersimensionale Faust aus der Bahn hauen. Wennn es sich einfach nur so dermaßen ätzend anfühlt, daß kein liebes Wort eines noch so nahestehenden Menschen einen ernsthaft davon entlasten kann. Ich dachte zB gestern noch kurz darüber nach, bei der Seelsorge anzurufen. Das mache ich manchmal in solchen Situationen, und es war bisher auch nie eine schlechte Idee. Allerdings verwarf ich diesen Gedanken schnell und ging resigniert schlafen - der gestellte Wecker half da also über das gröbste Chaos hinweg... wie profan :p

zoozee [userpic]

earbleeding level

September 16th, 2005 (02:30 am)

Once upon in a board long time gone a brillant girl said something about 'listening to Kate Bush at earbleeding level' or so. I wish I had Talking Heads' Live Concert somewhere at hand.

Well, let's turn to the beef:
Again, a circle ends, a death lies ahead and a birth will be given; sonogram said it will become a jester.

zoozee [userpic]

(no subject)

September 11th, 2005 (10:44 pm)

Ich bin so verliebt. Sie kommt schnell und hält oft ewig, irgendwie, die Liebe. Ich liebe immer noch A. Wo sie wohl sein mag jetzt? Ob sie noch lebt? A hat mir nicht viele, aber wirklich außergewöhnliche Menschen beschert.
Mit T fangen mehr an, es gibt aber nur männliche Ts. Wieviele Kinder mag T. inzwischen haben? Und der T. vor ihm, mein erster T. überhaupt... wie haben es immerhin zu einem schüchternen Kuß gebracht. Er ist so charmant, das ist mir erst sechs Jahre später aufgefallen. Ach, dazwischen gab es noch einen T., der ist inzwischen reich und unglücklich. Die Bs machen leider gerade eine Pause. Ich liebe meine Bs, nein ich verehre und vergöttere sie beinahe schon. Es macht mich so unglücklich, daß ich so weit weg von ihnen bin, irgendwie.

Warum geht es nicht einfach weiter, so wie früher, sich lieben, einander quälen, einander verzeihen, warum wird alles immer unpersönlicher, distanzierter, tut immer mehr weh als das Mal zuvor? Menschen und die Liebe zu ihnen ist ja ganz wundervoll, leider aber zunehmend beängstigend. Ich habe Angst, ein törichtes Ende zu finden.

zoozee [userpic]

Einsichten ohne Aussichten?

August 26th, 2005 (12:30 am)
current mood: torn up
current song: taub

Ein Leben ohne Freunde ist kein Leben, wie behaglich und gesichert es auch sein mag. Wenn ich Freunde sage, meine ich Freunde.
Nicht irgendwer, nicht jeder kann dein Freund sein. Es muß jemand sein, der dir so nah ist wie deine Haut, jemand, der deinem Leben Farbe, Dramatik, Bedeutung verleiht. Irgend etwas jenseits der Liebe, das dennoch Liebe mit einschließt.

Henry Miller

Merk: Aufs Töpfchen gehn fördert die Freundschaft. Merk: es gibt nur eines, das die Freundschaft noch mehr fördert: Den Freund nie auf die Probe zu stellen, die Freundin nicht, niemand.

Tucholsky

Vielleicht 'bessere' Zitate, solche, die eher geradeaus als um die Ecke sprechen zu mir? Ich weiß nicht. Ich dachte immer, ich wüßte genau, was Freunde für mich sind und wer mein Freund sein kann. Bis ich einen Menschen fand, auf den mein Schema nicht mehr paßte: Kannst du mich genießen wie ertragen, bleibst du, wenn nicht, gehst du halt. Ich wollte erträglich sein, in jeder Hinsicht und habe es nicht geschafft, meinem Anspruch gerecht zu werden. Ich sah das Unglück kommen und hab die Konsequenzen im voraus akzeptiert. Und nun wird es immer mehr zu einer Katastrophe für mich, nicht zuletzt weil ich mich doch viel mehr auf diese Beziehung eingelassen habe, als es dieser Mensch jemals merken konnte - weil ich es selbst nicht gemerkt habe.

Ich kann mich nicht spüren, und nun wäre eine hervorragende Gelegenheit, diese unerträgliche Unwägbarkeit endlich einmal zu beenden. Aber wie töricht wäre das, kann ich mich doch sehr wohl spüren - es ist wohl eher so, daß ich mich nicht spüren *will*. Ich kann nicht zugeben, daß mir alles wichtiger ist, als auch nur einmal wirklich eine Kröte zu schlucken, anzuerkennen, daß Freundschaft und Liebe viel mehr bedeuten, als sich gut in guten Zeiten zu sein. Das Miteinanderleben ist nicht leicht, ich bin nicht leicht, nichts ist leicht. Wenn ich das wirklich zugebe, was passiert dann? Ändere ich mich endlich? Kann ich wieder raus aus der Verbannung? Kann ich wieder ein Versprechen geben, auf das man sich verlassen kann? Oder ist das alles, womit ich Lebensmut tanken kann, diese Oberflächlichkeit, die Flucht in den Schlaf oder zu Orten, an denen die Probleme und das Chaos fein säuberlich geordnet und katalogisiert erscheinen? Und wenn alles anders ist, funktioniere ich dann nicht mehr so zuverlässig unzuverlässig? Mein Leben fühlt sich gerade an wie eine schlechte Matratze, an die ich mich gewöhnt habe. Auf einer guten Matratze bekäme ich Rückenschmerzen.

zoozee [userpic]

"Ich bin zuhause zwischen Tag und Traum."

August 18th, 2005 (02:46 am)
current mood: contemplative
current song: RL Jones: Pirates - CD

"Manchmal, wenn das Telefon nicht ruft, wenn keiner etwas von dir will, nicht einmal du selber, wenn die Trompeter des Lebens pausieren und ihre Instrumente umkehren, damit die Spucke herausrinnt... dann horchst du in dich. Und was... dann ist da eine Leere -
Dann ist da gar nichts."
(Kurt Tucholsky)

Manchmal leuchtet es mal wieder... Dann überlege ich, was für einen Film ich eigentlich am Laufen habe. Ich werde nie weiser sein als meine Mutter, wenn es vom Alter abhängen sollte. Also brauche ich jetzt auch nicht so zu tun, als hätte ich irgendwas durchschaut, irgendwas gewonnen durch meine Erfahrungen. Es fühlt sich immer gleich an, was man fühlt. Man begreift es nur anders, mal so, mal so...

Okay, es ist sicher nichts Verwerfliches daran, niemandem mehr weh tun zu wollen. Aber der Preis dafür, ist er nicht zu hoch? Wenn ich mit meinen Gefühlen niemanden verletzen will, muß ich mich selbst umbringen, denn irgendwann werde ich die letzte sein, der ich noch weh tun kann mit dem, was mir wenigstens ein paar glückliche Momente beschert. Meine Fantasie wird mich umbringen.

Aber einen anderen Weg einzuschlagen als den, der mir Glück verheißt und gleichzeitig Verderben, ein Weg voller Mühen und wiederum von viel Selbstaufgabe; es wäre der steinige, schlammige Weg, der, den ich bisher nie richtig gehen konnte. Ich bin immer eingeschlafen, bevor ich dafür tapfer genug war. Komm, oh Schlaf, du Todes Bruder?

zoozee [userpic]

alles wie immer

August 17th, 2005 (02:24 pm)
current mood: sleepy

Ein jüngling liebte ein Mädchen,
Die hat einen andren erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

Heinrich Heine